Leitgedanken zur Arbeit und Betreuung in der Werkstatt für Behinderte im Kreis Gütersloh gem.GmbH
Der Mensch ist das Maß unseres Handelns!
Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist aus der Tagesförderstätte für geistig behinderte Menschen des Vereins Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. hervorgegangen. Sie wurde Ende der 60er Jahre in die Trägerschaft des Kreises Gütersloh übergeben und dort als Teil des Sozialamtes des Kreises Gütersloh – rechtlich unselbständig – geführt. Im Dezember 1989 wurde die WfbM in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt und rechtlich verselbständigt im Sinne des HGB.
Die WfbM wird als gemeinnützige GmbH geführt und durch die Gesellschafter Kreis Gütersloh (74% Anteil am Stammkapital) und den Verein Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung (26% Anteil am Stammkapital) getragen. Die WfbM ist eine nach § 136 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) anerkannte Einrichtung zur Eingliederung behinderter Menschen in das Arbeitsleben. Sie bietet darüber hinaus Wohnplätze in unterschiedlichen Formen an. Sie ist Trägerin einer Kurzzeitpflegeeinrichtung für schwer- und schwerstmehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche und Integrationsfirmen. Seit dem 01.01.2001 ist die WfbM auch Trägerin eines Altenzentrums und von zwei Heilpädagogischen Kindergärten. Auf Bitten der Stadt Gütersloh trägt die WfbM seit 2003 die Gemeinwesenarbeit im Stadtteil Kattenstroth „Ostpreußenweg“ in Gütersloh.
Am 16.08.2004 begründete die WfbM den Berufsbildungsbereich der WfbM neu und lagerte diesen in das im Juli 2004 erstellte neue Gebäude Förderzentrum zur individuellen Lebensgestaltung und Berufsbildung (FiLB) aus. Gemeinsam mit der Schule für Geistigbehinderte (Förderschule) des Kreises Gütersloh sucht die WfbM, wissenschaftlich begleitet durch die Universität Dortmund, dort neue Wege der Ausbildung für Menschen mit Behinderungen.
Wesentliches Ziel der Einrichtung ist es, erwachsenen Menschen mit Behinderungen ein weitgehend selbständiges und unabhängiges Leben durch die Teilnahme am Arbeitsleben und darüber hinaus durch Angebote im Wohnbereich zu ermöglichen. Durch personelle und materielle Angebote soll es dann dem einzelnen behinderten Menschen ermöglicht werden, seine Selbständigkeit zu erhalten und zu erweitern, Lebensperspektiven soweit möglich bei körperlicher und seelischer Gesundheit zu entwickeln und umzusetzen, Möglichkeiten zur kreativen Selbstverwirklichung zu erlangen und Eingliederung, Integration in das Umfeld Wohnen, Arbeit, Sport und Freizeit zu erfahren.
Unser Auftraggeber (Kunde) ist der Mensch
Aus Verantwortung gegenüber ihren schwächeren Mitgliedern ermöglicht die Gesellschaft die Institution „Werkstatt für behinderte Menschen“. Die Solidarität von außen setzt sich innerhalb der WfbM fort. Dies wird sowohl in der Einstellung der Betreuer, dem Beschäftigten durch Vorbild und Hilfestellung die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, als auch in der Bereitschaft, sich diesbezüglich weiterzubilden, deutlich.
Die WfbM ist eine Solidargemeinschaft
Des weiteren zeigen sich die Beschäftigten untereinander dadurch solidarisch, dass sie sich gegenseitig helfen und gemeinsam ein wirtschaftliches Ergebnis erarbeiten, an dem auch die Schwächeren teilhaben. Ebenso beteiligen sie sich – je nach Einkommen oder evtl. vorhandenem Vermögen – an den Kosten der Einrichtungen.
Die Werkstatt bietet ein differenziertes Wohnangebot
Grundsätzlich haben die Beschäftigten unserer Werkstätten einen Anspruch auf einen Wohnplatz in einer unserer Einrichtungen. Ziel der Einrichtungen ist es, erwachsenen behinderten Menschen zu ermöglichen, so zu wohnen, dass sie ein weitestgehend selbständiges und unabhängiges Leben führen können. Um einen für den einzelnen passenden Wohnraum zu finden, wird das Wohnangebot erweitert und konzeptionell weiter entwickelt. Zur Zeit werden Wohnplätze im Gruppenbereich der Wohnstätten, in Trainingswohnungen und im Ambulant Betreuten Wohnen angeboten.
Das personelle Angebot der WfbM
Die betreuenden Mitarbeiter haben den Auftrag, den Beschäftigten die Hilfen anzubieten, die für jeden einzelnen im Sinne der Zielsetzung notwendig sind. Sie sollen die behinderten Menschen dort abholen, wo sie stehen, und sie begleiten und unterstützen, soweit notwendig. Hierzu gehört insbesondere die Heranführung und Unterstützung im Arbeitsbereich, die Gestaltung der Pausen, die gemeinsame Haushaltsführung in den Wohnstätten, die Gestaltung der Freizeit und die Pflege.
Um diese Ziele im Rahmen der vereinbarten Qualitätsanforderungen zu erreichen, hat die WfbM als Träger die Verpflichtung, Mitarbeiter einzustellen, die neben ihrer fachlichen Qualifikation in besonderer Weise dazu geeignet sind, diese Anforderungen zu erfüllen. Die WfbM beschäftigt deshalb Fachkräfte aus verschiedenen Berufsgruppen. Für den Umgang mit behinderten Menschen werden im Arbeitsbereich Fachkräfte mit handwerklicher und kaufmännischer Ausbildung berufsbegleitend ausgebildet. Im Unterschied zu Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes beschäftigt die WfbM Sozialarbeiter und Sozialpädagogen im begleitenden Dienst, sie unterstützen die als Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung arbeitenden Handwerker und kaufmännischen Angestellten im Umgang mit den behinderten Menschen. Um dieser Aufgabe nach zeitgerechten Entwicklungen und den Qualitätsanforderungen zu entsprechen, werden regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen – innerbetrieblich und außerhalb – angeboten und durchgeführt. Gut ausgestattete Arbeitsplätze, die ergonomische und arbeitssicherheitsrechtliche sowie persönliche Belange berücksichtigen, sorgen bei gegenseitiger Achtung, Rücksichtnahme aufeinander und Verständnis füreinander für eine gute Voraussetzung, um die Arbeit mit den behinderten Menschen gerne zu tun.
Unsere Auftraggeber (Kunden) sind Handwerk, Industrie und Endverbraucher
Die Partner der WfbM sind Handwerk, Industrie und Endverbraucher. Die Partnerschaft zwischen ihnen, den behinderten Menschen und ihrem betreuenden Umfeld ermöglicht eine über Jahre gewachsene vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Beschäftigten werden für ihre Aufgaben gut ausgebildet und das notwendige Umfeld zur Erbringung einer guten Leistung von den Mitarbeiter geschaffen. Bei der Durchführung der Aufträge ist neben Qualität und Termintreue die Berücksichtigung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes von gleichrangiger Bedeutung. Die Entlohnung der Beschäftigten ist direkt vom wirtschaftlichen Erfolg unserer Werkstatt abhängig. Bei der Erledigung der gestellten Qualitätsanforderungen im Rahmen unserer Aufträge haben wir wirtschaftlich zu handeln und Termine einzuhalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Bemühungen um Rehabilitation einerseits und Produktion andererseits sind die Grundlagen für die Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern (Kunden) aus Handwerk, Industrie und Endverbrauchern.
Wir handeln sozial und denken wirtschaftlich!

Martin Henke
Geschäftsführer |